Die Auseinandersetzung mit Trauma kann uns tief berühren. Nehmen Sie sich beim Lesen Zeit zum Durchatmen und spüren Sie Boden unter Ihren Füßen. Traumasensible Begleitung bedeutet vor allem, die eigenen Grenzen und Gefühle der Überforderung ernst zu nehmen.
Was ist ein Trauma?
Ein Trauma ist eine seelische Wunde durch Ereignisse, die unsere Bewältigungsmechanismen übersteigen. Wenn wir aufgrund einer oder sich wiederholenden überwältigenden Erfahrungen Traumafolgen entwickeln, spricht man von einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Da jeder Mensch anders reagiert, passen Symptome oft nicht in festgelegte Diagnosekriterien. Wichtig ist: nicht jedes Leiden ist ein Trauma, doch heute wissen wir mehr denn je über die biologischen Folgen belastender Erfahrungen.
Sicherheit und das Nervensystem
Sicherheit ist unser biologisches Urbedürfnis. Das „Stresstoleranzfenster“ beschreibt den Bereich, in dem wir Emotionen regulieren und klar denken können. Bei Überlastung reagieren wir mit Übererregung (Stress) oder Untererregung (Erstarren). Auch unser Bindungssystem ist lebensnotwendig- ohne Bindungspersonen können nicht überleben. Stress durch Gewalt oder Vernachlässigung kann ebenso Symptome bei uns auslösen, wie ein plötzlicher Unfall. Auch hier spricht man von Traumafolgen.
Überlebensstrategien wertschätzen
Als Kinder lernen wir durch Co-Regulation, Stress zu balancieren. Fehlt diese Sicherheit, entwickeln wir Bewältigungsstrategien, um das Dilemma aus Angst und Einsamkeit zu überstehen. Diese Strategien sind kluge Leistungen unseres Systems. Anstatt uns dafür zu verurteilen, dürfen wir lernen, sie als logische Reaktionen anzuerkennen.
Integration statt Heilung
Trauma lässt sich nicht ungeschehen machen, aber integrieren. Neben der Wunde existiert in jedem Menschen ein unversehrter Anteil. Diesen können wir stärken. Durch neue, korrigierende Erfahrungen im Hier und Jetzt weitet sich das Stresstoleranzfenster sanft wieder.
Ressourcen im Hier und Jetzt
Da Stress körperlich ist, arbeiten wir mit positiven Impulsen für das Nervensystem. Mein Ansatz ist ressourcenorientiert: es geht nicht um das Aufwühlen der Vergangenheit, sondern um Stabilität und das Verstehen körperlicher Vorgänge (Psychoedukation).
Sich zu zeigen und anzuvertrauen- das kann ein Wagnis sein. Ich bin bemüht, Ihnen dafür eine sichere Basis zu bereiten.
Meine Verantwortung als Beraterin/ Therapeutin: unser orientierendes Erstgespräch wird auch dazu dienen zu erfahren, ob Sie Symptome erleben und diese bereits ärztlich abgeklärt sind. In bestimmten Fällen kann eine Akutbehandlung durch dafür ausgebildete Ärzte*innen/ Psychologische Psychotherapeut*innen oder Fachkliniken angezeigt sein. Wir können dennoch in dieser Zeit parallel dazu miteinander arbeiten.